Ich heiße Ingolf Ibsch und bin Jahrgang 1971. Als Kind der 70-er und 80-er Jahre des letzten Jahrtausend, hatte ich wie viele meiner Altersgenossinnen und Altersgenossen eine sehr behütete und friedliche Kindheit.
In der DDR geboren und aufgewachsen prägten meine Eltern früh meine Entwicklung. Als zweites Kind meiner Eltern Edith und Wolfgang und kleiner Bruder meiner Schwester Silvia, genoss ich ich viele Freiheiten. Freiheiten, die in den Augen meiner Schwester zu viele waren :), so musste Sie schon früh auf mich aufpassen, da unsere Eltern berufstätig waren, nicht untypisch für die DDR.
Der erste große Schnitt kam mit der Einschulung im September 1977. Damit begann meine 10-jährige Karriere im ostdeutschen Bildungssystem. Frühhort (Frühbetreuung ab 6 Uhr), Schule, Hort (Nachmittagsbetreuung) - Dank ausreichendem Einsatz von meiner Seite wurde ich Jahr um Jahr in die nächst höhere Stufe befördert ;). Diese 10 Jahre waren neben Herausforderungen in der Schulzeit, auch 10 Jahre Spass und Freude mit meinen Klassenkameraden in unserer Freizeit aber auch mit meinen Freunden vom Campingplatz. So verbrachte ich bereits mit 9 oder 10 fast die gesamten 8 Wochen Sommerferien auf dem Campingplatz, wobei meine Eltern nur am Wochenende da waren. An den anderen Tage war ich unter der "Kontrolle" von verschiedenen Campingfreunden. Tja, so war das damals, die Eltern der Freunde versorgten in der Abwesenheit der eigenen Eltern einen halt mit. Man war in dieser Zeit mehr oder weniger Mitglied verschiedener Familien. Dies änderte sich kaum, je Älter man wurde.
Nach 10 relativ ruhigen Schuljahren, kam der Wechsel zur Erweiterten Oberschule (=Gymnasium, im westdeutschen Sprachgebrauch) und es folgten 2 stressige Jahre zum Abitur. Diese zwei Schuljahre prägten mich aber auch noch in einer mir bis dahin unbekannten Art und Weise. Was auch immer unser damaliger Musiklehrer bei meinem Vorsingen hörte, er fand es so gut, dass er mich in den Schulchor holte. Zwei Jahre lang, 1-2x die Woche Probe, vor großen Auftritten auch gerne öfters. Nach gerade mal knapp 2 Monaten Proben unser erster Auftritt: Weihnachtssingen im Treppenhaus unserer Schule, vor allen Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und auch vor ehemaligen Schülerinnen und Schülern. Wie jeder Jahrgang vor uns, es war ein großer Erfolg und noch heute bekomme ich eine Gänsehaut und Erinnerungen an die damalige Zeit wenn ich das "Ave Maria" zu Weihnachten höre.
Es kam der Sommer 1989, ich hatte mein Abitur in der Tasche. Mit ein paar Kumpels trafen wir uns ein letztes Mal zum feiern, wenige Tage später wurde es für uns jungen Männer ernst. Der Wehrdienst in der NVA rückte näher. Ende August rückte ich ein und wusste nur annähernd was mir bevorstand. Auch diese Zeit war sehr lehrreich für mich. Wenn auch der Dienst in der Grundausbildung hart war, fanden wir immer wieder Möglichkeiten unseren Spass zu haben. Bis, ja bis zu dem einen Abend im Oktober. Kaum waren wir vom Ausgang wieder in der Kaserne gab es Gefechtsalarm. Um es kurz zu machen: Ich stand mit einem Bein bereits an der Bahnstrecke auf der die Botschaftsflüchtlinge aus Warschau und Prag in die BRD gebracht wurden. Weitere 4 Wochen später kam die Reisefreiheit und Mitte Dezember 1989 fuhr ich mit meiner Mutter in den Westen, zu meiner Großtante Lisa nach Bad Oeynhausen. Aber ich kam zurück, beendete im Sommer 1990 meinen Wehrdienst und begann am 01.10.1990 meine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel.
Damit begann ein neuer Lebensabschnitt für mich. Meine Ausbildung war hart aber fair, soweit ich dieses im nachhinein beurteile - danke Wolfgang für sehr vieles. Neben der Ausbildung gab es die zweite große Liebe, auch wenn diese nicht sehr lange hielt. Es begann mein Berufsleben mit Höhen und Tiefen und so richtig sesshaft wurde ich 2005 im Münsterland, tief im Westen. Hier lernte ich 2006 meine Anja kennen und seit Oktober 2006 sind wir ein Paar, seit Pfingsten 2013 zu dritt - mit unserer Hündin Ma'isah. Nach reiflicher Überlegung machte ich mich im März 2011 selbstständig und eröffnete ein Computergeschäft. Waren die ersten beiden Jahre noch schwierig, so ging es ab 2013/2014 stetig bergauf. Doch dann kam der Winter 2019/2020 und sehr plötzlich änderte sich alles. Den ersten Lockdown konnte ich noch verkraften und es ging kaum verändert weiter. Mit dem Frühjahr 2021 änderte sich jedoch das Kaufverhalten meiner Kunden im allgemeinen und Ende 2022 stand für mich eines fest: Das war es mit der Selbstständigkeit. Seit Juli 2023 bin ich wieder angestellter Verkäufer und helfe meinen Kunden in der Region und von außerhalb das richtige Fahrrad oder Pedelec zu finden.
Und nun beginnt die Zukunft, was auch immer diese für mich, meine Anja und unsere Ma'isah bereithalten wird.
Alles Gute für die Zukunft!
Euer Ingolf Ibsch
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